Leistungsempfänger und Leistungen

Zielgruppe

Die Maßnahme ist nötig und geeignet, wenn:

  • die Kinder und Jugendlichen Beeinträchtigungen aufweisen, d.h. sich nicht altersgemäß entwickelt haben
  • die Erziehung und Entwicklung in der Herkunftsfamilie auch mit ergänzender Hilfe nicht gewährleitet ist
  • bei dem Schüler der Bedarf und der Anspruch auf regelmäßige besondere schulische oder fachliche Förderung besteht
  • das Kind in einer anderen Unterbringungsform überfordert ist

Insbesondere richtet sich das Angebot an junge Menschen mit:

  • Selbstwertstörungen
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Aktivitätsstörungen
  • Affekt- und Bindungsstörungen
  • Agressionsproblematiken
  • Lernstörungen
  • Sprachstörungen
  • Schulverweigerung
  • Spielsucht und Medienverwahrlosung

Zielsetzung

Ein kleiner alters-und geschlechtsgemischter Gruppenverband mit klaren Strukturen (äußere Ordnung) und intensiver Betreuung (innere Sicherheit) stellt den Kern der Arbeit dar. Auf dieser Grundlage wird versucht, die beeinträchtigenden Faktoren in ihren Zusammenhängen zu erkennen, zu erklären und Entwicklungen und Veränderungen zu ermöglichen. Dies geschieht ausgehend von einem ganzheitlichen Menschenbild, d.h. es geht um die Förderung der Gesamtpersönlichkeit in ihrem sozialen Umfeld und im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten und nicht um die isolierte Behebung eines sogenannten „Defektes“. Ziel unseres pädagogischen Handelns ist es, in einem gemeinsamen Lernprozess die Entfaltung und Koordination individueller menschlicher Veranlagungen und Begabungen zu erkennen und zu fördern, um so eine gute Beziehung zu sich selbst (Ich-Kompetenz), zu anderen Personen (Sozial-Kompetenz), zur Umgebung (Sach-Kompetenz) sowie zu ideellen Werten (Norm-Kompetenz) zu erreichen. Eine gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Institutionen und mit den Eltern wird vorausgesetzt.

Methoden der Arbeit

Das Leben im Margarethenhof soll durch größtmögliche Kontinuität in Versorgung und Betreuung und durch ein angenehmes, emotionales und naturverbundenes Klima geprägt sein. Auf der Grundlage klarer Strukturen und innerer Ordnung wird pädagogisch konsequentes Vorgehen möglich. So ist ein Rahmen gesteckt, in dem sich ein gezielt reflektiertes, harmonisches Gruppenleben entfalten kann. Damit ist die gesamte Bandbreite des Alltagslebens, möglichst nah an der Realität des einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen gemeint. Die Arbeit ist systemisch ausgerichtet, d.h. pädagogische Theorie und methodische Umsetzung sind wesentliche Bestandteile derselben.

Unsere Prinzipien lauten:

  • Einüben und Einhalten von Absprachen und Regeln, einschließlich der verantwortungsbezogenen Übernahme übertragener Aufgaben z.B. die Betreuung eines der hofeigenen Tiere
  • Aufbau einer positiven und tragfähigen Beziehung zum Erziehenden
  • Regelmäßiger, pünktlicher Schulbesuch
  • Aufbau einer positiven Erlebniswelt
  • Einüben positiver Fehlerbewältigung
  • Entwickeln von Problemlösungsstrategien
  • Erproben sinnvoller Verhaltensweisen z. B. im Konfliktfall
  • Aufbau und Pflege von sozialen Kontakten
  • Realitätsbezogener Umgang mit persönlichem und Fremdeigentum
  • Systematischer Einsatz von positiven Verstärkern
  • Aufbau einer gesunden Ich-Identität
  • Lernen, die Bedürfnisse anderer zu respektieren
  • Heranführen an den Naturschutz
  • Artgerechten Umgang mit und Haltung von Tieren lernen
  • Achtung entwickeln vor dem Leben insgesamt

Die Umsetzung dieser Prinzipien erfolgt aus pädagogischer Sicht mit entsprechendem methodischen Handlungsansatz. Neben der Alltagsgestaltung ist der Freizeitbereich, bezogen auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, von besonderer Bedeutung. Deshalb erfordert gerade dieser Bereich erfahrene, qualifizierte und motivierte Fachkräfte.

Besonderheit: Fjordpferde

Auf dem Margarethenhof besteht die Möglichkeit für jedes Kind oder Jugendlichen, den Umgang mit unseren Fjordpferden zu lernen, ihre Pflege zu übernehmen und so intensiven Kontakt zu diesen Tieren herzustellen. Fjordpferde zeichnen sich aus durch ihr freundliches, ruhiges und ausgeglichenes Wesen. Diese Rasse, deren Erscheinungsbild an Wildpferde erinnert, ist mit ihrem unverfälschten Charakter für pädagogische Zwecke besonders gut geeignet. Bekanntlich lassen sich bei erzieherischen und auch psychosomatischen Problemen durch den sachgemäßen Einsatz von Pferden bessere Erfolge erzielen als mit herkömmlichen Methoden.

Pädagogische Ansätze sind:

  • Stärkung des Selbstbewußtseins
  • Übernahme von Verantwortung
  • Herstellung sozialer Kontakte
  • Einleitung und Unterstützung von Verhaltensänderungen

Reitunterricht kann zwar auf dem Margarethenhof z.Z. nicht erteilt werden, wird aber organisiert in Zusammenarbeit mit der Reitschule Heiß und gilt als Zusatzleistung.